Geschichte des Grenzganges

Der Grenzgang in Wollmar hat eine lange Geschichte.

Die erste urkundliche Erwähnung einer Grenzbegehung in Wollmar stammt aus dem Jahre 1538 - das war vor 468 Jahren! Wozu nichts Weiteres bekannt ist. Die nächste schriftliche Dokumentation einer Grenzbegehung in Wollmar stammt aus dem Jahre 1722. Damals nahmen nur die Ortsgreben (Bürgermeister) und die Schöffen (Vertreter) der betroffenen Gemeinden teil. Es fanden weitere Grenzbegehungen statt.

Im 20. Jahrhundert fand die erste Grenzbegehung in 1901 statt. Das erste Grenzgangfest, welches als Volksfest gefeiert war im Jahre 1908. Dieses wurde von dem in 1904 gegründeten Verein "Gesellschaft Eintracht" ausgerichtet. Dieser Verein nahm es sich zum Ziel, die Geselligkeit, den Frohsinn, die Pflege des Gesangs und Tanzes, der heimatlichen Ausflüge und anderer geselliger Genüsse, zu pflegen. An diesem Grenzgangfest nahmen bereits die Schulkinder aus Wollmar teil, um den Grenzverlauf der Gemeinde kennen zu lernen.

Das nächste Grenzgangfest fand wegen des ersten Weltkrieges, erst in 1929 statt. Die nächsten Feste in 1936 und 1943 wurden ebenfalls wegen des Zweiten Weltkrieges nicht durchgeführt. Das erste Grenzgangfest der Nachkriegszeit fand im Jahre 1950 statt.

1957 wurde das geplante Grenzgangfest nicht gefeiert, aufgrund einer durch Hagel vernichteten Ernte. Dieses wurde ein Jahr später nachgeholt. Zum Grenzgangfest 1964 wurde erstmals eine Ortschronik unter dem Titel "Wollmar - einst und jetzt!" von dem damaligen Lehrer Herr Römer, herausgebracht. Die Grenzgangfeste in 1971 und 1978 fanden wie geplant, unter reger Beteiligung, statt. In der Nachkriegszeit, bis 1971, wurden die Feste von der Gemeinde Wollmar durchgeführt. Mit der Gebietsreform im Jahre 1974, wurde die Gemeinde Wollmar der Großgemeinde Münchhausen, zugeordnet.